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DFB-PK mit Bundestrainer Löw


Die wichtigsten Punkte aus der zweistündigen DFB-PK:

Zum Kader für die anstehenden Länderspiele: Mit Kehrer, Schulz und Havertz wurden drei Spieler erstmals nominiert, Sané kehrt zurück, Khedira wird vorerst nicht berücksichtigt. Zur WM-Analyse: Seine größte Fehleinschätzung bei der WM sei es laut Löw gewesen, zu glauben, mit dem gewohnten Ballbesitz-Fußball durch die Vorrunde zu kommen und den Spielstil erst dann anpassen zu müssen. Das sei fast schon arrogant gewesen. Es sei in Russland nicht gelungen, einen Teamspirit wie 2010 und 2014 zu schaffen, große Differenzen und Konflikte habe es im Kader aber nicht gegeben. Über den Rücktritt von Mesut Özil sei Löw nur von dessen Berater informiert worden, bis heute habe er nicht geschafft, mit ihm persönlich zu sprechen. Die Rassismus-Vorwürfe des Weltmeisters von 2014 wiesen er und Bierhoff zurück. Bierhoff sprach über die Außendarstellung des Teams: "Wir sind selbstgefällig aufgetreten und haben den Erfolg und die Unterstützung unserer Fans für selbstverständlich gehalten." Die Kritik bezüglich einer Entfremdung und fehlender Fan-Nähe hätten Bierhoff besonders getroffen, gegen den generellen Vorwurf von zu viel Kommerzialisierung wehrte er sich, der Begriff „Die Mannschaft“ wird überprüft. Thomas Schneider leitet künftig die Scouting-Abteilung, der Betreuerstab wird verkleinert.


08/29

Die Pressekonferenz in München ist beendet. Fast zwei Stunden dürften rekordverdächtig sein.


08/29

Drohen Nationen wir Frankreich oder England im Nachwuchsbereich davonzuziehen? Auf Frage von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild äußert sich Löw dazu: "Gerade im U-Bereich müssen wir Spezialisten auf den jeweiligen Positionen ausbilden. Außenverteidiger. Mittelstürmer. Da gibt es in den U-Bereichen schon Probleme. Das wird die Zukunft sein und daran müssen wir arbeiten. Da sind die Franzosen und auch die Engländer oder Belgier uns schon voraus." Das werde wichtig sein, "damit der deutsche Fußball auch in Zukunft konkurrenzfähig bleibt".


08/29

Es geht noch einmal um den Teamgeist, der sich nicht so entwickelte wie bei vorigen Turnieren. An der Professionalität der Spieler habe es gewiss nicht gelegen, betonen Löw und Bierhoff. Aber etwas habe in diesem Bereich dennoch gefehlt.


08/29

Löws Kader in Bildern


08/29

Hat Mario Götze eine Zukunft im DFB-Team? "Er ist nicht abgeschrieben bei uns. Er hat ein gutes Alter und man weiß, dass er Qualitäten hat. Er hat ein schweres Jahr hinter sich. Wenn er es schafft, bei Borussia Dortmund konstant gute Leistungen zu zeigen, ist er für uns sicher wieder ein Thema."


08/29

Löw zu den Gesprächen mit den Nationalspielern. Es habe sehr viel Selbstkritik gegeben, berichtet der Bundestrainer. Er habe schnell eine "Jetzt erst recht"-Stimmung verspürt. Man müsse die Prozentpunkte, die in Russland gefehlt haben, wieder rauskitzeln.


08/29

Nochmal zu Gündogan. Befürchtet Löw erneut Pfiffe gegen den Nationalspieler? Der Bundestrainer verweist auf das lange Interview, das Gündogan unlängst gab. "Mehr kann Ilkay jetzt auch nicht tun", meint Löw und hofft, dass es keine neuen Pfiffe gibt.


08/29

Nominierung von Gündogan ein Statement über den Fußball hinaus? "Bei Ilkay weiß ich, dass er sich mit unseren Werten identifiziert. In dieser Situation konnte er seine Leistung natürlich nicht abrufen. Aber für die kommenden Jahre sehe ich ihn als wichtigen Spieler. Aus sportlichen Gründen war es für mich gar keine Frage, ihn einzuladen."


08/29

War es im Nachhinein ein Fehler Sané nicht zu nominieren? "Zum damaligen Zeitpunkt der Vorbereitung in Südtirol waren wir der Überzeugung, dass dieser Kader der beste ist", betont Löw. Sanés Qualitäten seien dem Trainerteam natürlich nicht verborgen geblieben. Er habe seinem Schützling nach der Nicht-Berücksichtigung gesagt: "Deine Zukunft bei der Nationalmannschaft muss nach der WM beginnen. Du kannst für uns ein sehr wichtiger Spieler werden." Trotzdem: "Wir haben in der Summe bei dieser WM versagt. Ein oder zwei Änderungen am Kader hätten daran gar nichts geändert."


08/29

"Die Vision von unserem Spiel dürfen wir nicht aufgeben", betont Löw: "Eine Mannschaft, die ich trainiere, wird nicht ausschließlich defensiv agieren. Aber wir müssen die richtige Mischung finden."


08/29

Warum konnte man auf die angesprochenen Entwicklungen nicht frühzeitig reagieren? Löw: Vorbereitungsergebnisse sollte man nicht überbewerten. Man habe sich bewusst zu dieser Ballbesitz-Mannschaft entwickelt, in der Qualifikation zehn von zehn Spielen gewonnen. Man habe immer viele Tore nach Kombinationen erzielt, das sei bei der WM gegen tiefstehende Gegner jedoch nicht gelungen. "Es war die Fehleinschätzung von mir zu sagen: Wir kommen mit diesem Spielstil durch die Vorrunde", wiederholt Löw. So sei man zu viel Risiko gegangen. Schon Mexiko sei ein K.o.-Spiel gewesen, das man anders hätte angehen müssen.


08/29

Mit Philipp Lahm habe er nach dessen Kritik (siehe unten) gesprochen. Aber er wisse schon, wie er die jungen Spieler erreiche, betont Löw. "Grundsätzlich gibt es für mich nicht die Situation, mich vollig zu ändern."


08/29

Löw: Keine großen Differenzen und Konflikte im Kader

Löw zur angeblichen Grüppchenbildung innerhalb des Kaders: "Nach Gesprächen mit den wichtigen Spielern konnten wir das Problem, dass es eine große Cliquenbildung gibt, nicht identifizieren. Das hat es so nicht gegeben. Es gab keine unüberbrückbaren Differenzen oder große Probleme, die nicht gelöst worden sind." Gleichwohl habe man es nicht geschafft, den "unglaublichen Teamspirit" von 2010 oder 2014 zu entwickeln. "Diesmal war es nicht von Anfang an diese verschworene Gemeinschaft. Aber es gab nicht, wie jetzt oft berichtet wird, solche Differenzen und Konflikte."


08/29

Löws Wahl: Das ist der DFB-Kader für den Nations-League-Start



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