News

Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER


°°° Was festzuhalten bleibt °°° • Mit neun Jahren Verspätung ist der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet worden. • Flugzeuge von Easyjet und Lufthansa brachten die ersten Fluggäste zum neuen Terminal. • Der Eröffnungstag ist aus Sicht des Flughafenchefs Engelbert Lütke Daldrup "kein historischer Tag" (…) "aber für uns, für Berlin und Brandenburg, für Ostdeutschland ein ganz wichtiger Tag". • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sichert zu, alles dafür zu tun, dass der Flughafen ein internationales Drehkreuz werde. • Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller: "Dieser Flughafen ist auch ein Stück weit Wiedervereinigung und Nachwendegeschichte." • Begleitet wurde die Eröffnung von zahlreichen Protesten - u.a. von Taxifahrern und Klimaaktivisten.
Foto: Patrick Pleul/dpa


10/31

Liebe Leserinnen und Leser, das war's an dieser Stelle. Wir verabschieden uns mit dem Easyjet-Landeanflug, der die ersten Fluggäste zum neuen Terminal in Schönefeld bei Berlin brachte. Vielen Dank für Ihr Interesse und fürs Dabeisein.


10/31

Der neue Flughafen soll nach Betreiberangaben nicht dauerhaft ein Zuschussgeschäft für die Steuerzahler werden. "Wir wollen Mitte der 20er Jahre schwarze Zahlen schreiben", bekräftigt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. "Wir werden sehen, inwieweit Corona das zulässt." Um den Finanzbedarf zu decken, bringt Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider wieder die Möglichkeit ins Gespräch, einen privaten Investor ins Boot zu holen. Das lehnen die Flughafen-Eigentümer - Berlin, Brandenburg und der Bund - bislang ab. Lufthansa-Chef Carsten Spohr spricht sich dafür aus, dass der Flughafen in staatlicher Hand bleibe. So sei es auch in München, den er für den besten Flughafen in Deutschland halte.


10/31

UPDATE | Mehrere Aktivisten der Gruppe Extinction Rebellion haben versucht, den Start einer Maschine am Terminal 5 in Schönefeld zu verhindern. Ein Aktivist habe sich beim Boarding für einen Flug nach Istanbul mit der türkischen Fluggesellschaft Pegasus Airlines an die Tür des Flugzeugs geklebt, ein anderer an die Gangway, zwei weitere an den Boden des Rollfelds, so eine Sprecherin von Extinction Rebellion. Ein Sprecher der Bundespolizei sagt, die Aktion sei inzwischen beendet, die Maschine startete. Flughafenfeuerwehr und Bundespolizei seien gemeinsam im Einsatz gewesen, um sie vom Boden und von der Maschine zu lösen. Die Identität der vier Mitglieder der Gruppe werde nun überprüft und auch, welche strafrechtliche Konsequenzen infrage kämen.


10/31

Auch wenn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in seiner Rede bei der Eröffnungszeremonie gesagt hat, dass die "Zeit der Jokes" über den BER jetzt zu Ende sein muss. Wir können es uns nicht verkneifen, hier die peinlichsten Pannen am BER im Überblick: ◆ DAS LICHT GEHT NICHT AUS: Damit überraschte der Flughafen 2013. ◆ DIE ROLLTREPPEN SIND ZU KURZ: Zwei feste Treppen folgten am Bahnhofsausgang auf die Rolltreppen, sie waren zu kurz bestellt worden. ◆ DER RAUCH MUSS DURCH DEN KELLER: Bei Feuer geht ein Teil des Rauches durch den Keller nach außen. ◆ DIE TÜREN SIND FALSCH NUMMERIERT: Jeder dritte der 4000 Räume im Terminal trug nach Umplanungen eine falsche Nummer. ◆ IM TERMINAL HERRSCHT KABELSALAT: Mit den Erweiterungen in der Bauphase kamen immer mehr Leitungen auf die Kabeltrassen, was wegen Hitzebildung riskant sein kann. ◆ VERTRAULICHE UNTERLAGEN IM MÜLL: Ordnerweise Baupläne lagen 2014 in einem Abfallcontainer auf offener Straße in Berlin. ◆ MONITORE LAUFEN UND LAUFEN: 750 Bildschirme im BER waren jahrelang in Betrieb - bis die Monitore schrottreif waren und entsorgt wurden.


10/31

Die Klimaaktivisten der Initiative "Am Boden bleiben" müssen ihren Protest im Innern des Flughafens beenden. Sie werden von Polizisten hinausbegleitet.


10/31

Blick ins Terminal 1 des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg "Willy Brandt".
Foto: Michael Kappeler/dpa


10/31

Für die Lufthansa soll der neue Flughafen kein internationales Drehkreuz wie Frankfurt und München werden. "Es gibt historische Gründe, warum in Deutschland der Langstreckenverkehr nicht von den beiden größten Städten aus stattfindet, sondern von den beiden Drehkreuzen München und Frankfurt", so Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. "Und ich glaube, daran wird auch der BER in der Tat nichts ändern." Lufthansa mit seinen verschiedenen Fluggesellschaften peilt für die Zeit nach der Corona-Pandemie eine dreistellige Zahl von Flügen nach Berlin an: "Vor Corona sind wir über 400 Mal in der Woche als Lufthansa-Gruppe nach Berlin geflogen, verteilt auf die beiden Flughäfen", erklärt Spohr. "Und ich gehe fest davon aus, dass das nach Corona auch der Maßstab sein wird, auf den wir zurückkehren wollen."
Foto: Tobias Schwarz/dpa


10/31

Mit vielen Gästen dürften die Betreiber in den kommenden Wochen nicht rechnen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte zuletzt mit lediglich rund 5000 Fluggästen am Eröffnungstag des Flughafens am Hauptterminal T1 gerechnet. Mit der Tegel-Schließung eine Woche später würden am T1 dann täglich rund 16.000 Passagiere abgefertigt. Weitere 8000 Fluggäste würden dann über den Flughafen Schönefeld reisen, der als Terminal 5 des BER dient.
Foto: Patrick Pleul/dpa


10/31

Reger Betrieb: Die ersten Fluggäste laufen durch die Korridore des neuen Flughafens BER.
Foto: Peter Kneffel/dpa


10/31

"Der BER ist eröffnet! Daran hat so manch einer in den vergangenen Jahren wohl nicht mehr geglaubt. Herzlichen Glückwunsch allen, die das möglich gemacht haben!", heißt es in einer Mitteilung der Berliner Grünen. Doch es gibt auch mahnende Worte. "Die Klimakrise zwingt alle Fluggesellschaften umzudenken. Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir, dass die Flughafengesellschaft Öffentlichkeit und Parlament transparent über den Bilanzwert, die prognostizierten Entgelt-Einnahmen und den weiteren Finanzbedarf der Flughafengesellschaft aufklärt."


10/31

BER-Chef Engelbert Lütke Daldrup sagt zum Abschluss der offiziellen Eröffnungsreden in Richtung Easyjet-Chef Johan Lundgren und Lufthansa-Chef Carsten Spohr: "Lassen Sie uns den BER gemeinsam zu einem Erfolg machen".
Flughafenchef Engelbert Lütke-Daldrup, der übrigens heute Geburtstag hat, während seiner Rede bei der Eröffnungszeremonie. Foto: Tobias Schmidt/dpa


10/31

»Wir haben uns geärgert, wir waren enttäuscht, wir waren bewegt. Aber jetzt können wir uns auch freuen. Die Zeit der Jokes über den Hauptstadtflughafen muss vorbei sein.« Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in seiner Rede
Foto: Tobias Schwarz/dpa


10/31

"Ich gebe es zu: Es gab in den vergangenen Jahren Tage, die waren zum Verzweifeln", so Michael Müller, der Regierende Bürgermeister Berlins in seiner Rede. "Es war tatsächlich nicht immer einfach." Es sei trotzdem richtig gewesen, den Flughafen fertigzustellen: als "wichtiges Zukunftsprojekt" für die Region, ganz Ostdeutschland und die europäischen Nachbarn. Am 8. November schließt der Flughafen Tegel zugunsten des BER. "Ich weiß, wie vielen Menschen das Herz blutet, wenn Tegel schließt", sagt Müller. "Aber er ist kein Flughafen der Zukunft."
Foto: Tobias Schwarz/dpa


10/31

UPDATE | Um gegen die bisherige Taxi-Regelung am Hauptstadtflughafen BER zu demonstrieren, haben sich Hunderte Berliner Taxifahrer vor dem Airport versammelt. Rund 700 starteten am Vormittag laut Organisatoren zu einer Sternfahrt am Flughafen Tegel im, etwa 300 stießen in weiteren Teilen Berlins zu dem Korso. 50 Taxen durften direkt vor dem Terminal 1 vorfahren und nutzten die Gelegenheit für ein Hupkonzert. "Wir wollen, dass alle Berliner Taxen Laderecht am BER bekommen", so Initiator Erkan Özmen. "Wir machen Druck auf Verkehrssenatorin Regine Günther. Es ist nicht gut, wie sie mit uns umgeht." Die Taxifahrer verlangen, dass Günther sich mit der bisherigen Regelung nicht zufrieden gibt. Aktuell dürfen nur 300 Berliner Taxen in Schönefeld Gäste mitnehmen. "Wir werden sehen, ob weitere Demonstrationen nötig sind", eklärt Özmen.
Foto: Patrick Pleul/dpa


Information

Starts at

Last Updated


Reporter