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DFB-Pressekonferenz mit Joachim Löw


Joachim Löw hat sich am Montag auf einer rund einstündigen Pressekonferenz gestellt. Er sprach dabei über die Kritik an seiner Person, die Entwicklung der Nationalmannschaft und das Krisenmanagement des DFB.

Die wichtigsten Infos:

  • Löw war nach den durchgesickerten Details von der DFB-Präsidiumssitzung "maßlos enttäuscht". Es habe bei ihm "Explosionsgefahr" bestanden.
  • An einen Rücktritt hat er zu keinem Zeitpunkt gedacht, wohl aber das DFB-Präsidium in der vergangenen Woche vor die Wahl gestellt, mit ihm weiter zu arbeiten oder nicht. Er bekam dann das Vertrauen ausgesprochen.
  • Löw ist vom eingeschlagenen Weg der Nationalmannschaft absolut überzeugt, auch wenn das 0:6 in Spanien "Wut" bei ihm ausgelöst habe. Er geht trotzdem davon aus, eine gute EM spielen zu können.
  • Die Tür für die Aussortierten Hummels, Müller und Boateng bleibt weiterhin einen Spalt offen. Man werde immer wieder prüfen, was das Beste für die Mannschaft ist, sagt der Bundestrainer. Dabei spielen nicht nur sportliche Gründe eine Rolle, es gehe auch um Atmosphäre und Energie innerhalb des Teams.
  • Löw verteidigte sich außerdem, zuletzt nicht persönlich im Stadion gewesen zu sein. Er habe sich die Appelle zu Herzen genommen, möglichst Kontakte zu vermeiden. Außerdem wollte er sich nicht selbst infizieren, um dann möglicherweise bei Länderspielen nicht zur Verfügung zu stehen.


12/07

Und Joachim Löws Aussagen über die an die Öffentlichkeit gelangten Informationen nach der Krisensitzung am Montag.


12/07

Nochmal ausführlicher: Joachim Löw über eine mögliche Rückkehr von Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Hummels in die Nationalmannschaft.


12/07

Das war's von der Pressekonferenz. Löw hat rund 60 Minuten über sich, die Nationalmannschaft und den Ausblick auf das EM-Jahr gesprochen.


12/07

Fehlt der Nationalelf ein Anführer? "Spieler, die die Mannschaft führen. haben wir", so Löw. Er verweist auf Neuer, Kimmich, Gündogan oder Goretzka. Trotzdem habe er die Kommunikation gerade beim Spanien-Spiel vermisst. Wenn er von einer "jungen Mannschaft" spricht, meint Löw damit auch deren Erfahrung als Anführer., stellt er klar. Es sei "total der Meinung", dass die Kommunikation auf dem Platz noch verbessert werden müsse.


12/07

Löw wird nach Toni Kroos gefragt. "Toni Kroos ist ein Muster an Zuverlässigkeit und Beständigkeit", sagt er. Der Real-Profi sei über lange Zeit hinweg Leistungsträger. "Das ist außerhalb jeder Diskussion: Er hat viele Klasse-Spiele gemacht. Er ist ein wichtiger Spieler, für Real Madrid und für Deutschland."


12/07

"Wir haben immer gesagt: Nach einem Turnier wird Bilanz gezogen. Da muss der Verband entscheiden, vielleicht auch der Trainer, ob die Ziele erreicht worden sind", so Löw. Dass Bierhoff womöglich über seinen Nachfolger schon mal nachgedacht habe, "sei nachvollziehbar". Er persönlich habe mit dem Manager der Nationalelf darüber aber nicht gesprochen.


12/07

"Man fragt sich nach einem schlechten Spiel immer: 'Was kann ich besser machen, wie kann ich das korrigieren?'", so Löw. Niederlagen lassen "meine Motivation nicht einfach verschwinden".


12/07

"Doch es war nie ein Thema, dass wir nicht nach Spanien reisen", sagt er. Intensive Diskussionen und Sorgen habe es aber immer schon vorher gegeben. "Es war insgesamt in diesen drei Monaten eine Belastung."


12/07

Löw kommt auf die Erfahrungen rund um die Corona-Pandemie zu sprechen. Vor und nach dem Ukraine-Spiel habe es große Verunsicherung angesichts der Infektionen beim Gegner gegeben. Dann sei die Reise ins "Hochrisikogebiet Spanien" angestanden. "Da fragt man sich: komme ich auch gesund zurück?", beschreibt Löw die Sorgen der Spieler. Die Leichtigkeit habe gefehlt, die Pandemie und die Ängsten haben die Spieler massiv beschäftigt.


12/07

Hat Löw in den vergangenen Wochen mal in einem ruhigen Moment daran gedacht, seinen Job aufzugeben? "Diesen Gedanken gab es bei mir nicht", sagt der Bundestrainer. Er sei in die Sitzung mit dem DFB-Präsidium am vergangenen Montag gegangen und habe sich darauf gefasst gemacht, dass ihm das Vertrauen vielleicht entzogen werden könnte. "Ich habe das auch klar angesprochen: Ja oder nein?" Wichtig sei ihm, dass die Antwort aus klarer Überzeugung kommt.


12/07

"Bei der WM 2018 ist uns nichts gelungen, absolut. Unser Anspruch ist, bei Turnieren alle mitzunehmen. Das ist unsere Arbeit", sagt Löw nochmal in Bezug auf die EM. Er wird "viele Hürden geben, die es zu überspringen gilt". Das entscheide sich aber nicht jetzt, sondern im Training vor der EM und in den Spielen.


12/07

"Ich weiß schon, wie ich mich in diesen Situationen verhalten muss", betont Löw, der jetzt sichtlich emotional wird. "Ein Trainer kämpft immer. Er ist immer in der Lage, einen Kampf auszutragen." Und wenn Dinge, "die nicht nach außen gehören", an die Öffentlichkeit gehen, dann "herrscht auch mal Explosionsgefahr bei mir".


12/07

Man habe sich auf den 4. Dezember für die Präsidiumssitzung geeinigt. "Danach rede ich", beschreibt Löw die Absprachen. Leider habe es nach dem Spanien-Spiel keine weitere Partie gegeben, in deren Rahmen er sich hätte äußern können. Die Länderspielpause über den Winter habe es ja schon immer gegeben. Dennoch arbeite das Trainerteam intensiv weiter, nur müsse er ja dann nicht ständig an die Öffentlichkeit gehen, sagt Löw. Trotzdem: "Heute bin ich ja hier."


12/07

Es geht nochmal um das Verhältnis zwischen Löw und dem DFB-Präsidenten Keller. Löw habe ein klares Bekenntnis eingefordert. "Wenn man mir persönlich sagt, dass man kein Vertrauen zu mir hat, nehme ich das so an, dann ist das absolut professionell", sagt er. Doch ihm sei das Vertrauen ausgesprochen worden. "Klare Überzeugung" ist ihm dabei wichtig, schließlich arbeite auch der Trainerstab so: "Wir machen das, was wir für richtig halten. Wir sind auch bereit, Dinge zu korrigieren, halten aber an unserer Linie fest." Alles bleibe jedoch intern - das sei dann vergangene Woche nicht passiert und das habe ihn sehr gestört.


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