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DFB-Pressekonferenz mit Joachim Löw



12/07

Noch, stellt Löw klar, habe er aber gar nicht die grundsätzliche Bereitschaft abgeklopft, ob Müller, Hummels oder Boateng überhaupt für ein Comeback in der Nationalmannschaft bereit wären.


12/07

Er habe aber auch immer gesagt, alles dafür tun zu wollen, dass sich die Mannschaft optimal entwickelt und aufgestellt wird. Die Frage sei: Was braucht die Mannschaft - nicht nur sportlich? "Ich habe heute keine Ahnung, wie die Situation im März ist. Ich hoffe, dass alle Spieler gesund über den Winter kommen", sagt Löw. Er werde immer alles dafür tun, um die Mannschaft bestmöglich für das Turnier zu rüsten. Das heißt: Auch eine mögliche Rückkehr der drei Spieler ist möglich, wenn es das Trainerteam für nötig hält. Doch das wird sich erst im kommenden Jahr zeigen.


12/07

Nun geht es um die Aussortierten Müller, Hummels und Boateng. Ist mit einer Rückkehr der Spieler zu rechnen - und falls ja schon im März? "Lassen Sie mich ausholen", sagt Löw, er zieht dann einen Vergleich zur Phase vor dem WM-Titel 2014. Man habe jungen Spielern auch damals die Möglichkeit geben wollen, sich zu entwickeln und zu entfalten.


12/07

Nun habe es von der Politik auch noch klare Appelle gegeben, Kontakte angesichts steigender Infektionszahlen zu minimieren. Löw sieht den DFB da auch in einer Vorbildrolle, weshalb er Stadien gemieden habe. Trotzdem ist es ihm auch wichtig klarzustellen, dass er die Bundesliga intensiv und bestens "wie meine Westentasche" kenne und auch ohne unmittelbaren Stadionbesuch im Blick behalte.


12/07

Löw geht auf die Kritik ein, er sei in den Bundesliga-Stadien nicht persönlich vor Ort gewesen. "Eins ist klar: Wir würden am liebsten zu Fuß in jedes Stadion laufen", sagt er. Es habe aber eine ganz klare Anweisung gegeben, nicht in die Stadien zu gehen. "Wir haben Länderspiele, dann müssen wir in dieser Blase sein. Wir wollen uns und keinen anderen gefährden", stellt Löw klar. "Wir wollten uns sehr, sehr diszipliniert an die Vorgaben vor, während und nach den Spielen halten."


12/07

Dass die negative Stimmung rund um die Nationalmannschaft Auswirkungen auf die Spieler hat oder sich die Akteure bei der Nationalelf deshalb "nicht entwickeln" können, glaubt Löw nicht. "Die Spieler sind das von ihren Vereinen gewohnt. Sie lassen sich davon nicht beeinflussen, sie sind konzentriert und versuchen in jedem Spiel ihr Bestes zu geben."


12/07

"Unser eigener Anspruch ist ein bestmögliches Turnier zu spielen", sagt der Bundestrainer nun mit Blick auf die EM. "Ich habe schon einige Turniere erlebt und weiß, was passieren kann." Natürlich müsse vieles im Vorfeld stimmen. "Die Erwartungen sind sicherlich groß. Aber das ist unser eigener Anspruch." Ihm sei klar, dass seitens der Fans aber auch des Verbands viel verlangt wird. Man sollte jedoch nicht daran denken, "was ab dem Achtelfinale" passiert. Er erinnert an die Gruppengegner Frankreich und Portugal. Die DFB-Auswahl tue deshalb "gut daran", sich zunächst auf die ersten Spiele zu konzentrieren.


12/07

Schlechte Raumaufteilung, viele Bälle verloren, die Ordnung nach dem 0:1 verloren - Löw zählt auf, was beim 0:6 in Spanien schlecht gelaufen ist. Doch er sagt auch: "Es gibt keinen Grund, jetzt alles über den Haufen zu werfen." Details habe er zuerst mit den Spielern analysiert und besprochen - doch eine tiefere Aufarbeitung mit der Mannschaft ist momentan nicht möglich.


12/07

Was hat Löw von der Kritik der letzten Wochen mitgenommen? "Wir setzen uns damit auseinander. Es ist wichtig zu sehen, was auch außerhalb passiert", betont Löw. "Intern hinterfragen wir uns aber ständig. Wir sind sehr, sehr selbstkritisch." Für ihn persönlich sei es das Allerwichtigste: Wie offen spricht man intern? Es herrsche zwischen den Verantwortlichen großes Vertrauen.


12/07

"Ich habe mich sehr darüber geärgert, dass viele Dinge nach der ersten Pressemitteilung an die Öffentlichkeit geraten sind", spielt Löw auf die nach außen durchgesickerten Interna nach der Krisensitzung mit dem DFB-Präsidium an. Er sei darüber "verwundert", ja sogar "maßlos enttäuscht" gewesen und habe dies auch nochmal klipp und klar gegenüber DFB-Präsident Fritz Keller erklärt. Nun sei die Sache aber erledigt.


12/07

Für die EM will Löw Spieler, die mental und physisch frisch sind. Das habe er schon jetzt berücksichtigt. Und grundsätzlich: "Sieht man von dem Spanien-Spiel ab, befindet sich diese junge Mannschaft auf einem guten Weg", sagt der 60-Jährige. Klar sei: "Wir folgen unserer roten Linie und sind überzeugt, dass es eine gute Entwicklung geben wird." Er verstehe Enttäuschung und Wut nach dem 0:6. Aber Löw unterstreicht nochmal: "Von diesem Weg sind wir überzeugt."


12/07

Nach der WM 2018 habe man die Spielanlage umgestellt. "Das ist gelungen", so Löw. Dann sei die Entwicklung im Jahr 2020 - unter anderem wegen der Pandemie-Pause - "ein bisschen stehen geblieben". Neun Trainingseinheiten habe die Nationalmannschaft in diesem Jahr überhaupt absolvieren können. Die Gesundheit der Spieler habe in dieser schwierigen Phase "über allem" gestanden.


12/07

"Schwierige Situationen haben wir immer erlebt, über die Jahre hinweg. Man lernt, damit umzugehen", sagt Löw. "Nach dem 0:6 waren wir sehr, sehr enttäuscht und - wie gesagt - wütend." Aber man habe 2019 einen Umbruch eingeleitet und sei von diesem Weg nach wie vor überzeugt. Rückschläge seien dabei einkalkuliert gewesen. Löw ist der "absoluten Überzeugung", dass die Spieler ausreichend Potenzial mitbringen, um diesen Umbruch positiv zu Ende zu führen.


12/07

"Eine emotionale Distanz brauche ich nach so einem Spiel nicht", stellt Löw klar. "Ich habe schon viel erlebt." Er habe um einen Tag Zeit gebeten, dann sei die Aufarbeitung "in vollem Gange" angelaufen. In diesem Zuge sei er jedoch enttäuscht gewesen, "über manche Dinge, die in die Öffentlichkeit geraten sind". Manches habe auch nicht gestimmt, wie es berichtet worden sei, bezieht sich Löw nun auf Artikel und Kommentare, die von einem angeblichen Streit zwischen ihm und DFB-Präsident Keller berichtet haben.


12/07

"Wir waren alle enttäuscht und wütend über dieses Spiel", so Löw. Man habe die Fans enttäuscht. "Diese Wut brodelt noch immer in mir persönlich. Denn wir wussten, wir haben keine schnelle Gelegenheit, so ein Resultat zu korrigieren." Man habe das Spiel aber sofort aufgearbeitet - wie immer. "Es folgten auch Gespräche mit dem DFB am letzten Montag." Ein früherer Termin sei nicht möglich gewesen, so Löw, weil Mitglieder des DFB-Präsidiums verhindert waren.


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