Hintergrund: Ausverkauf am Markt für US-Staatsanleihen
Um zu verstehen, wie groß die Verwerfungen sind, die Donald Trump an den Finanzmärkten verursacht, sollte man nicht nur auf die Aktienkurse schauen, sondern auch auf den größten Markt der Welt: den für amerikanische Staatsanleihen. Dort werden Schuldpapiere der USA gehandelt. Die Investoren kaufen die Anleihen und bekommen dafür Zinsen.
Nun spielt sich auf diesem Markt ein ungewöhnliches Drama ab: Investoren stoßen massenhaft US-Staatsanleihen ab, die Kurse fallen – und spiegelbildlich schießen die Renditen in die Höhe. Am Mittwochmorgen stiegen die Renditen für Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zeitweise auf mehr als 4,4 Prozent. Zum Vergleich: Am Freitag hatten sie noch unter 4 Prozent gelegen. Bei Anleihen mit 30-jähriger Laufzeit war der Anstieg noch stärker: Dort ging es innerhalb von drei Tagen sogar um rund 0,6 Prozentpunkte nach oben, so stark wie seit 1981 nicht mehr.
Ein solcher Anstieg innerhalb so kurzer Zeit ist sehr ungewöhnlich – erst recht, wenn parallel auch die Aktienkurse abstürzen. Normalerweise schichten Investoren ihr Geld in Staatsanleihen um, wenn es am Aktienmarkt unruhig wird. Vor allem die Schuldpapiere der USA gelten als sicherer Hafen. Doch dieses Image scheint gerade zu bröckeln.