Zollblog 9.4.

Was China mit seiner Zollerhöhung bezweckt

China will Härte demonstrieren – und zugleich Raum für Verhandlungen lassen: So lässt sich die jüngste Ankündigung von Zollerhöhungen aus Peking deuten. Wenn die Volksrepublik nun die Zölle auf US-Produkte um 50 Prozent erhöht, vollzieht Peking damit den jüngsten Schritt von US-Präsident Donald Trump nach.

Die US-Sonderzölle gegen Waren aus China betragen insgesamt schon 104 Prozent. Trump hatte dabei zuletzt weitere Sonderaufschläge von noch einmal 50 Prozent für China angekündigt. Die USA hatten seit Januar Waren aus China zunächst mit zusätzlichen Zöllen von 20 Prozent belegt. Peking hatte daraufhin Gegenzölle in Höhe von 34 Prozent angekündigt.  Die Zölle auf chinesischer Seite liegen mit dem jüngsten 50-Prozent-Schritt nun bei 84 Prozent
Foto: Peter Parks / AFP
Die Botschaft aus Peking lautet wohl: Wir lassen uns von Trump nicht einschüchtern und ziehen den Zollwettlauf im äußersten Fall durch. Dass China aber insgesamt unter den US-Zöllen bleibt, dürfte das Signal sein, dass man zu Gesprächen bereit ist. Außenamtssprecher Lin Jian hatte die USA aufgefordert, eine ebenbürtige und respektvolle Haltung einzunehmen.

Für alle anderen Länder könnte der Handelskrieg zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften drastische Folgen haben. Einerseits drohen Lieferkettenprobleme und Warenmangel. Andererseits könnte China wegen Absatzverlusten in den USA andere Märkte mit Billigware überschwemmen. Die Kursverluste an den Börsen weltweit zeigen bereits, dass die Finanzwelt sich auf wirtschaftlich schlechte Zeiten einstellt. 
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Updated at: 04/16/2025 12:27 PM