Bedeutet 2024 das Ende der »Obama-Koalition«?
Als Barack Obama 2008 zum Präsidenten gewählt wurden, konnten sich die Demokraten auf eine neuartige Koalition von Wählergruppen verlassen: Zum Sieg verhalfen ihnen die klassischen weißen Arbeiter, linke Progressive, aber auch Schwarze und Latinos. Es war die Geburt der »Obama-Koalition«. Sie könnte mit dieser Wahl an ihr Ende gekommen sein.
Schon 2016 haben die Demokraten die weißen Wähler ohne Collegeabschluss mehrheitlich an Trump verloren. 2024 haben sie nun auch bei Minderheiten-Wählern deutlich an Zuspruch verloren, auf die sich lange verlassen konnten – insbesondere bei Latinos. Das könnte eine tektonische Verschiebung sein, von der die Demokraten sich nicht so schnell erholen.
Die Gründe dafür sind komplex. Doch all diese Wähler eint, unabhängig von ihrer Ethnie oder Herkunft, die Sorge vor sozialem Abstieg. Die hohe Inflation und die stark gestiegene Zuwanderung der vergangenen Jahre scheinen bei vielen dieser Wähler große Ängste erzeugt zu haben.
Und sie fühlten sich mit ihren Bedürfnissen bei Donald Trump offenbar besser aufgehoben als bei Kamala Harris. Ihm schreiben viele Amerikaner das starke Wirtschaftswachstum vor Covid zu. Offenbar scheint er ihre Ängste mit seiner krassen Art glaubwürdig zu adressieren.
Vieles spricht dafür, dass die Demokraten sich nach einer Niederlage grundsätzlich neu erfinden müssten.