Analyse: Kassieren Iran und die USA künftig gemeinsam Mautgebühren für Hormus ab – auf Kosten der Verbraucher?
Die Straße von Hormus war Irans Faustpfand im bisherigen Kriegsverlauf. Und sie bleibt es auch während der zweiwöchigen Waffenruhe, wahrscheinlich darüber hinaus. Damit ist Streit programmiert: vor allem über die während des Krieges von Iran eingeführten Mautgebühren. An denen will jetzt auch Donald Trump teilhaben.
Gerade hat der Fernsehsender ABC Trump gefragt, ob er mit Teherans Wegezoll einverstanden sei. Darauf antwortete der US-Präsident, es könnte ein gemeinsames Projekt mit dem Regime zur Mauterhebung geben: »Wir denken darüber nach, es als Joint Venture zu machen.« Dies, so Trump, sei »eine Möglichkeit, sie [die Straße von Hormus] zu sichern – auch, um sie vor vielen anderen Leuten zu sichern.« Und dann fügte Trump noch hinzu. »Eine schöne Sache.« Die Rede ist von mindestens einem US-Dollar je Barrel (159 Liter) Erdöl. Manche Supertanker können bis zu zwei Millionen Barrel fassen.
Für Teheran und womöglich Washington würde das jährliche Einnahmen in Milliardenhöhe bedeuten: bei bis zu 120 Schiffen täglich, welche normalerweise die Meerenge passieren. Bis vor dem Krieg mussten sie weder Gebühren zahlen noch die Passage genehmigen lassen. So sieht es das Uno-Seerechtsübereinkommen von 1982 vor, das Teheran massiv verletzt, künftig womöglich Arm in Arm mit den USA.
Die Kosten müssten die Ölabnehmer tragen – also letztlich alle Endverbraucher. Und für die arabischen Golfstaaten wären die Maut und die Restriktionen ein Schlag ins Gesicht.