Merz: Amerikaner haben keine Strategie im Irankrieg
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich „desillusioniert“ vom Vorgehen der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. „Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert“, sagte er am Rande der Unionsklausur in Berlin. Die von den USA und Israel anfangs angestrebte Lösung des „Problems“ in wenigen Tagen sei nicht erfolgt.
„Deswegen wollen wir uns ja auch von der europäischen Seite aus diplomatisch mit um eine Lösung bemühen“, sagte Merz. „Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann.“
Bereits am Morgen hatte Merz erklärt, er glaube nicht, dass die USA den Krieg in Iran schnell beenden können. „Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben“, sagte Merz bei einer Diskussion mit Schülern an einem Gymnasium in Marsberg im Sauerland. „Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen.“
Die Amerikaner seien in Iran „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“, kritisierte Merz. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. „Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln“, sagte Merz. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.“