Die USA unter Trump

Trump ordnet Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland ab

Präsident Donald Trump hat den Abzug 5000 amerikanischer Soldaten aus Deutschland angeordnet. Das berichteten amerikanische Medien unter Berufung auf Pentagon-Sprecher Sean Parnell am Freitagabend übereinstimmend. Die Ankündigung kommt im Zuge heftiger Kritik des amerikanischen Präsidenten an Bundeskanzler Friedrich Merz, nachdem dieser sich „desillusioniert“ über den Irankrieg gezeigt hatte. Merz hatte außerdem gesagt, die Vereinigten Staaten würden von Iran „gedemütigt“.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hatte im Gespräch mit der F.A.Z. noch am Freitag gesagt, man dürfe das Grundsätzliche in dieser Auseinandersetzung nicht aus den Augen verlieren. Meinungsunterschiede „in und zwischen offenen Gesellschaften sind normal“. Trump wiederum hatte am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, Merz solle sich weniger um fremde Angelegenheiten kümmern und sich dafür auf die Probleme im eigenen Land und den Ukrainekrieg konzentrieren. Da sei er bislang „völlig wirkungslos geblieben“. 

Nach Angaben des Pentagon waren im vergangenen Dezember mehr als 36.000 amerikanische Soldaten im aktiven Dienst auf Stützpunkten in Deutschland. Zusätzlich sollen dort knapp 1500 Reservisten und 11.500 Zivilisten stationiert sein. Nur in Japan befinden sich mehr amerikanische Soldaten. Hinzu kommt, dass in Deutschland das Hauptquartier des amerikanischen Europa- und Afrikakommandos ist, ebenso wie der Luftwaffenstützpunkt Ramstein, der ein wichtiger Knotenpunkt für amerikanische Operationen ist. 

Laut dem Verteidigungsministerium könnte ein Teil der abgezogenen Streitkräfte zunächst in die Vereinigten Staaten zurückkehren und anschließend abermals im Ausland stationiert werden. Es handele sich bei den Verschiebungen um Maßnahmen, die dazu dienten, sich auf die Prioritäten des Pentagon im eigenen Land und im Indopazifik zu konzentrieren. Präsident Trump hatte am Freitag auch Italien und Spanien mit dem Abzug von Soldaten gedroht. Beide Länder hatten sich zurückhaltend gezeigt, als Trump Unterstützung im Irankrieg verlangte.
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Updated at: Today 11:53 AM