CSD Berlin 2026

Claudia Liebram

Eine Frau ist gestorben, 16 Menschen sind verletzt

Ein weißer Kleinbus ist nach Angaben der Polizei gegen 22 Uhr in Höhe der Lennéstraße in den Großen Tiergarten gefahren. Dort habe er nach Aussagen von Polizeipressesprecher Florian Nath mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sich in unbekannte Richtung entfernt. Das Fahrzeug stehe jetzt in der Nähe vom Ahornsteig. Die Airbags waren beim Aufprall ausgelöst worden.

Die Polizei fahnde in der gesamten Stadt nach dem Tatverdächtigen. Zudem würden zahlreiche Zeugen befragt. Ein großer Teil des Tiergartens sei zum Tatort erklärt worden, um dort großflächig zu ermitteln. Auch am Sonntag bleibe dieser noch abgesperrt, um bei Tageslicht weitere Spuren sichern zu können.

Die genauen Hintergründe sind unklar. „Wir wissen momentan noch nichts über irgendwelche Motivlagen, über die Person des Täters oder Ähnliches“, sagte Nath. „Das ist alles noch nicht gesichert bekannt.“ Einen Schusswechsel könne die Polizei nicht bestätigen. Sie prüfe, ob auch eine Stichwaffe eingesetzt wurde. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat." Zeugen hätten von Menschen mit Stichverletzungen berichtet.

Inzwischen sind Einheiten anderer Bundesländer und der Bundespolizei im Einsatz. Polizisten vor Ort seien auch "robust ausgestattet", zum Beispiel mit ballistischen Schutzhelmen oder Schnellfeuerwaffen. Videos von Festnahmen, die in sozialen Netzwerken kursierten, würden andere Festnahmen am Rande des CSD zeigen.

Laut einem Sprecher der Berliner Feuerwehr sei eine Person zunächst reanimiert worden, dann jedoch noch vor Ort verstorben. Nach Tagesspiegel-Informationen handelt es sich dabei um eine Frau. 16 weitere Menschen würden wegen Verletzungen derzeit behandelt, so der Feuerwehrsprecher – drei davon seien lebensgefährlich, acht weitere schwer verletzt. 30 Betroffene seien äußerlich unverletzt, stünden aber unter dem Eindruck des Geschehens und würden in einem Zelt betreut.
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