Hitzeblog 2026

Pegel auf niedrigstem Stand seit 1880 

Der Wasserstand des Rheins ist infolge der anhaltenden Hitze und Trockenheit in Europa auf den niedrigsten Stand seit fast 150 Jahren gefallen. Damit drohen erhebliche Störungen auf einer der wichtigsten Transportrouten für Kohle, Kraftstoffe und Industriegüter in weiten Teilen des Kontinents.

Der Pegel in Kaub, einem entscheidenden Engpass für Schiffe auf dem Weg nach Süddeutschland und in die Schweiz, sank der Wasserstand am Montag auf 24 Zentimeter. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880, wie aus Daten der deutschen Bundesbehörden hervorgeht, die von der ETH Zürich zusammengestellt wurden.

Während die vierte Hitzewelle dieses Sommers in Westeuropa bis Anfang dieser Woche anhält, wächst das Risiko logistischer Engpässe auf dem rund 1290 Kilometer langen Fluss, der von den Schweizer Alpen bis zur Nordsee verläuft. Die sinkenden Pegelstände des Rheins haben die Frachtraten bereits deutlich steigen lassen, da Binnenschiffe ihre Ladung verringern müssen, um die flachen Fahrrinnen passieren zu können. Die Kosten für den Transport von Diesel von Rotterdam nach Karlsruhe – weiter flussaufwärts hinter dem viel beachteten Engpass bei Kaub – sind auf den höchsten Stand gestiegen, seit Bloomberg 2009 mit der Erhebung dieser Daten begonnen hat.
Der Pegel in Kaub sank am Montag auf 24 Zentimeter.
Der Pegel in Kaub sank am Montag auf 24 Zentimeter. dpa
Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden an. In Andernach wurde bereits am Montagnachmittag der Rekord von 24 Zentimetern gebrochen. Zum Abend hin stieg der Pegelstand jedoch wieder von 23 Zentimeter auf 28 Zentimeter. 

In Worms liegt der Wasserstand aktuell nur noch einen Zentimeter über dem bislang bekannten Tiefstwert. Beim Pegel in Remagen wurde der Tiefstwert von 7 Zentimetern bereits mehrfach erreicht, jedoch bislang nicht übertroffen. 

Einem WSA-Experten zufolge ist diese frühe Zuspitzung ungewöhnlich. Das bestätigt auch die Bundesanstalt für Gewässerkunde. Demnach sind eigentlich der Spätsommer und der Herbst typische Niedrigwasserzeiten. Dass im Rhein und in anderen Flüssen jetzt schon derart wenig Wasser ist, sei eine besondere Situation. Gründe seien vor allem Trockenheit und Hitze, regionale Schauer könnten nur vorübergehend helfen. 
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Wasserstände an deutschen Flüssen
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Updated at: Yesterday 03:06 PM