Zuvor war bekannt worden, dass Ratcliffe in Moskau den Leiter des russischen Auslandsnachrichtendiensts SWR, Sergej Naryschkin, sowie den Leiter des Inlandsgeheimdiensts FSB, Alexandr Bortnikow, traf. „Agentswo“ berichtete nun, nach einem dieser Treffen sei der Inhalt des Gesprächs an Putin weitergeleitet worden. Daraufhin habe der Kreml ein persönliches Treffen des Herrschers mit dem CIA-Direktor abgelehnt.
Die „New York Times“ hatte zuvor berichtet, dass Ratcliffe Bortnikow eine „düstere Einschätzung“ der Lage Russlands im Krieg übermittelt habe. Der Kreml hatte mitgeteilt, dass Ratcliffe sich nicht mit Putin getroffen habe, der Präsident jedoch umgehend über die Ergebnisse der Kontakte des CIA-Direktors mit den russischen Geheimdiensten informiert worden sei.
Das amerikanische Portal Axios berichtete, Ratcliffe habe die Idee eines trilateralen Gipfeltreffens zwischen dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Putin und Selenskyj aufgebracht. Der Kreml teilte dazu mit, ein solches Treffen sei nur möglich, um „Vereinbarungen zu fixieren“ – im Moskauer Sprachgebrauch ist damit ein für Putin vorteilhaftes Abkommen gemeint, das Kiew entscheidend schwächt.
Die amerikanischen Medien „Wall Street Journal“ und „Politico“ hatten von einem anderen Inhalt der Moskau-Reise, der ersten eines CIA-Chefs nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine von 2022, berichtet: Ratcliffe habe Moskau gewarnt, dass ein möglicher Angriff auf NATO-Staaten, vor allem auf die baltischen Staaten, nicht hinnehmbar sei. Trump selbst bestritt diese Version sowie eine weitere, wonach es um Iran ging, und bezeichnete Ratcliffes Reise als „teilweise routinemäßig“.