Wadephul ermahnt Lawrow: Verlassen Sie den gefährlichen Weg der Eskalation
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat in New York seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, teilte mit, die deutsche Seite habe während der UN-Generaldebatte um das Gespräch gebeten.
Tatsächlich hatte Wadephul schon länger erwogen, den Schritt zu machen, schließlich bemühen sich die Europäer, wieder einen Fuß in die Tür der Ukraine-Verhandlungen zu bekommen. Seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus lagen diese gänzlich auf Seiten der Amerikaner. Moskau hatte über dritte Staaten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Das Treffen stand zudem im Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall in Leipzig,
für den die Bundesregierung den russischen Militärgeheimdienst GRU verantwortlich macht.
Das Treffen dauerte nur 20 Minuten. Später hieß es aus Delegationskreisen, Wadephul habe Moskau aufgefordert, „den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der NATO zu verlassen". Vorfälle wie der Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung Kiews nicht erschüttern. Sie würden jedoch das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Berlin weiter beeinträchtigen.
Ein solch bedauerlicher Zustand der Beziehungen sei nicht im Interesse Deutschlands, sagte Wadephul Lawrow demnach. Die Möglichkeit der Rückkehr zu einem konstruktiven Verhältnis bestehe jederzeit. Das setze eine Beendigung des völkerrechtswidrigen Kriegs voraus. Eine solche aufrichtige Bereitschaft zum Ausgleich sei auf russischer Seite bedauerlicherweise nicht zu erkennen.