Grüne und SPD unterbrechen Sondierungen – Linke „überrascht“
Nach der konstituierenden Sitzung der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus haben Grüne und SPD die Sondierungsgespräche mit der Partei über eine Regierungsbildung unterbrochen. „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass die Linke in ihrer Fraktion zu anderen Verabredungen gekommen ist“, erklärten die Spitzenkandidaten der Grünen, Werner Graf, und der SPD, Steffen Krach, am Dienstagabend. „Das bedeutet, dass wir an dieser Stelle die Sondierungen unterbrechen müssen, um zu bewerten, ob unsere Vereinbarung von vergangener Woche noch gilt. Wir erwarten, dass die Linke uns deutlich macht, inwiefern sie unsere getroffenen Vereinbarungen ernstnehmen und umsetzen wollen.“
In der konstituierenden Sitzung hatte sich die Partei darauf verständigt, dass die Abgeordnete Vanessa Emde Teil der neuen Linkenfraktion wird. Emde, die wegen ihrer israelkritischen Aussagen als umstritten gilt, hatte in der Sitzung eine Erklärung unterzeichnet, in der sich die Abgeordneten zum Existenzrecht Israels bekennen.
In der RBB-Abendschau erklärte Tobias Schulze, Co-Fraktionschef der Berliner Linken, er sei „schon überrascht“ von der Entscheidung von Grünen und SPD, die Sondierungen zu unterbrechen. „Aus unserer Sicht gilt die Vereinbarung von letzter Woche“, sagte Schulze.