Hintergrund: Was steckt hinter den Kokain-Schmuggel-Vorwürfen gegen Maduro?
Die US-Regierung klagt Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro und sein Umfeld unter anderem wegen Drogenschmuggels an und bezichtigt ihn, mitverantwortlich für den Transport von »
Tausenden von Tonnen« Kokain in die USA zu sein. Es ist dies bereits seit Monaten ein zentrales Argument der US-Amerikaner, um den Angriff auf die venezolanische Führung zu legitimieren. Präsident Trump rechtfertigte damit auch den Abschuss sogenannter Drogenboote vor der venezolanischen Küste.
Daten aus dem aktuellen
Drogenbericht der Vereinten Nationen sowie der US-Antidrogenbehörde bestätigen diese Vorwürfe jedoch nicht. Während zuletzt Fentanyl und andere synthetische Opioide mit Abstand die meisten Drogentoten in den USA forderten – mehr als 70.000 in 2023 – starben nur etwa halb so viele Amerikaner an einer Überdosis Kokain. Zudem ist Venezuela zwar eines der Transitländer im weltweiten Kokainhandel. Der allergrößte Teil des von dort über Karibikhäfen weiterverschifften Kokains geht allerdings nicht in die USA – sondern nach Europa.
In die USA gelangt das Kokain von den produzierenden Andenländern aus hauptsächlich über Land durch Mittelamerika, wo mexikanische Drogenkartelle den Handel dominieren, sowie über den pazifischen Küstenweg. Venezuela spielt als Transitland für Kokain Richtung USA nur eine untergeordnete Rolle. Fentanyl wird hier noch weniger gehandelt: Der Großteil davon wird mit Bestandteilen aus China und Ostasien in Mexiko produziert und dann Richtung Norden transportiert.