SPIEGEL-Olympiablog Tag 7

Skeleton

Helm-Streit: Skeletoni Heraskewytsch will gegen Disqualifikation vorgehen

Nun bestätigen auch die Verbände die Disqualifikation von Skeletoni Wladyslaw Heraskewytsch. Der Ukrainer werde von dem olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag im Eiskanal von Cortina ausgeschlossen, geben das IOC und der Weltverband IBSF bekannt. Die Entscheidung habe eine IBSF-Jury getroffen. Zudem habe man dem Athleten die Akkreditierung für die Winterspiele entzogen, teilte das Internationale Olympische Komitee mit.

Zuvor hatte sich IOC-Chefin Kirsty Coventry mit Heraskewytsch getroffen, um eine Lösung im Streit über seinen Gedenkhelm zu finden. Das IOC teilt mit, Heraskewytsch habe sich in dem Gespräch nicht kompromissbereit gezeigt. Heraskewytschs Team erklärt, man wolle vor dem Sportgerichtshof CAS Berufung einlegen.
Das IOC sei »sehr daran interessiert« gewesen, dass Heraskewytsch an den Wettkämpfen teilnimmt. Aus diesem Grund habe sich das IOC mit ihm zusammengesetzt, um nach einer »möglichst respektvollen Möglichkeit zu suchen, seinem Wunsch nachzukommen, seiner im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine ums Leben gekommenen Sportlerkollegen zu gedenken«. Der Kern seines Falls sei »nicht die Botschaft selbst, sondern der Ort, an dem er sie zum Ausdruck bringen wollte«. Das IOC hatte ihm als Kompromiss angeboten, mit einer schwarzen Armbinde als Zeichen der Trauer zu starten.

Heraskewytsch hatte darauf beharrt, wie schon im Training, auch im Wettkampf seinen besonderen Helm zu tragen, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Das IOC sieht darin einen Verstoß gegen die Olympische Charta, die Meinungsäußerungen unter anderem auf dem Spielfeld (»field of play«) untersagt. 
Show Liveblog
1 message
Updated at: Just now