Olympische Winterspiele 2026

Konrad Ringleb
Konrad Ringleb
Skeleton-Athlet Wladyslaw Heraskewytsch hat auf einer Pressekonferenz im Konsulat der Ukraine in Mailand am Donnerstagabend deutlich gemacht, dass er weiter einen Start beim olympischen Wettbewerb in Cortina d’Ampezzo anstrebt. Der vom Internationalen Olympischen Komitee ausgeschlossene Sportler sagte, er hoffe, den Einzelrichter des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am Freitagmorgen von seiner Position überzeugen zu können.

„Mein Helm verstößt nicht gegen Regeln“, wiederholte Heraskewytsch während der rund 60 Minuten dauernden, am Nachmittag angekündigten Medienrunde. Es sei nicht seine Aufgabe, sich zu überlegen, wie seine Teilnahme am Wettbewerb noch gestaltet werden könnte. Neben dem 27 Jahre alten Heraskewytsch nahmen sein Vater Mychailo, Sportminister Matvij Bidnyi, der Chef des Nationalen Olympischen Komitees Wadym Hutsait an der Runde teil. Die Sitzung solle am Freitagmorgen um neun Uhr beginnen und in einem hybriden Format in Mailand stattfinden, sagte Heraskewytsch. Seine Anwälte werden aus der Ukraine zugeschaltet. Nach Informationen der F.A.Z. wird sich der Schweizer Anwalt Antonio Rigozzi mit dem Fall befassen.

Heraskewytsch war nach einem Treffen mit der Präsidentin der Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, vom Skeleton-Wettbewerb ausgeschlossen worden, da er sich geweigert hatte, ohne den Helm anzutreten, auf dem 22 durch russische Angriffe ums Leben gekommene ukrainische Sportler abgebildet sind. Das Gespräch mit Coventry sei, wie von dieser ausgeführt, respektvoll abgelaufen, sagte Heraskewytsch. 

Gleichwohl habe er kein Verständnis für die Entscheidung des IOC, da während der Spiele Sportlerinnen und Sportler nahezu jeden Tag Botschaften während des Wettkampfs zum Ausdruck bringen. „Die vergangenen drei Tage waren die verrücktesten meines Lebens“, sagte Heraskewytsch. Er sei müde, was sicherlich nicht hilfreich für einen Wettkampf sei. Aber der Ausschluss habe zwei positive Aspekte: Die Namen der Getöteten seien um die Welt gegangen. Und die Unterstützung, die er aus der Ukraine erfahren habe, zeige, dass das Land „supervereint“ sei. (chwb.)
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Updated at: Yesterday 10:44 PM