Putin spricht nach Versenkung von Tanker von „terroristischer Attacke“
Russland wirft der Ukraine vor, den russischen Flüssiggastanker „Arctic Metagas“ am Dienstag nahe maltesischen Gewässern mit Seedrohnen angegriffen zu haben, die von der libyschen Küste aus gestartet worden seien. Das teilte das Verkehrsministerium in Moskau am Mittwoch mit. Dank der Arbeit maltesischer und russischer Dienste seien alle 30 Besatzungsmitglieder, die allesamt russische Staatsbürger seien, gerettet worden, hieß es weiter. Zwei Matrosen seien mit Verbrennungen in ein Krankenhaus der ostlibyschen Stadt Benghasi gebracht worden, die übrigen 28 würden nach Murmansk gebracht, wo das Schiff losgefahren sei. Nach maltesischen Angaben hatte die Marine des EU-Mitgliedstaates hingegen alle Besatzungsmitglieder sicher und unverletzt in einem Rettungsboot gefunden. Die „Arctic Metagas“ ist von den USA und Großbritannien mit Strafmaßnahmen belegt.
Nach libyschen Angaben sank das Schiff 130 Seemeilen (240 Kilometer) nördlich der libyschen Hafenstadt Sirte nach Explosionen und einem Feuer an Bord, dessen Ursache unklar sei. Der Tanker habe 62.000 Tonnen Flüssiggas an Bord gehabt. Das Moskauer Ministerium sprach von einem „Akt internationalen Terrorismus und der Marinepiraterie“ sowie einer Verletzung des Seerechts. Am Mittwochabend sprach auch der russische Herrscher Wladimir Putin von einer „terroristischen Attacke“, welche die „Situation auf den Weltenergiemärkten“ verschlechtere, besonders auf dem europäischen Gasmarkt. „Es stellt sich heraus, dass das Kiewer Regime tatsächlich die Hand beißt, die es füttert“, sagte Putin über die von der EU unterstützte ukrainische Regierung. Aus Kiew wurde ein Angriff auf das Schiff, welcher der erste auf einen russischen Flüssiggastanker wäre, weder bestätigt noch dementiert.