Angriff auf Iran Tag 4

Stimme aus Iran: »Ich empfinde Angst, Verwirrung, extremen Stress«

Zeinab, 42, Fotografin (Name und Alter geändert): »Ich empfinde Angst, Verwirrung, extremen Stress und tiefe Sorge um die territoriale Integrität Irans sowie um die Möglichkeit interner Konflikte.« Das Elend des iranischen Volkes rühre von dem Regime her, sagt sie, das jeden Reformversuch unterdrücke und mit seiner kriegstreiberischen Politik das Land an den Rand der Zerstörung getrieben habe. »Dennoch hat Trump mit seinem Angriff natürlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Er und Netanyahu widern mich an.«

Ihre erste Reaktion auf den Tod von Ajatollah Khamenei sei Erstaunen gewesen. »Gefolgt von Sorge und intensiver Angst. Ich dachte, ich würde mich vielleicht freuen, aber das tat ich nicht.« Nach Khameneis Tod hoffe sie, dass jemand Moderateres an die Macht komme. »Jemand, der eine tolerantere Außenpolitik verfolgt und Mitgefühl für das Volk hat. Ich würde mir eine demokratische Republik wünschen.« Sie glaubt aber nicht, dass es so kommt. »Ich denke, dass eine Gruppe von Hardlinern die Macht übernehmen und die Unterdrückung im Land verstärken wird.«
Auf die Frage, ob sie erwartet, dass das Regime den Angriffen standhalten wird, antwortet sie: »Ich denke, sie können Angriffe aussitzen und auch selbst Angriffe durchführen, um Druck auszuüben. Seit Jahren wird der Haushalt dieses Landes für militärische Angelegenheiten und Propaganda ausgegeben.« 

Würde sie wieder auf die Straße gehen, um das Regime zu stürzen? »Im Kreuzfeuer zwischen den Mächten werden normale Menschen getötet. Niemand fragt uns nach unserer Meinung. Niemand bittet uns um Erlaubnis. Der Kampf dreht sich um Macht und Kapital. Meiner Meinung nach ist es sinnlos zu glauben, dass wir Einfluss auf den Ausgang haben. Was mich betrifft, hatte ich eine Heidenangst – ich würde mich nicht noch einmal vor ihre Maschinengewehre stellen.« 
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Updated at: Tuesday 11:15 PM