Angriff auf Iran Tag 4

Kurzanalyse: Spaniens Regierungschef pokert hoch

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sucht seit Wochen den Konflikt mit den USA – nicht nur, aber auch aus innenpolitischen Gründen. Sánchez inszeniert sich als eine Art Anti-Trump. Der Sozialist legte sich mit Elon Musk an, zuletzt kritisierte er den aus seiner Sicht völkerrechtswidrigen Irankrieg so deutlich wie kein anderer europäischer Regierungschef. Zudem verbot er den Amerikanern, ihre Militärbasen im Land für die Operation zu nutzen (lesen Sie hier mehr).

Die Frage war, wie wütend die US-Regierung auf die Entscheidung reagieren würde. Trumps Wortwahl eben im Oval Office (»schrecklich«, »wir wollen mit Spanien nichts zu tun haben«) ist hart. Mit einer ausschließlich verbalen Konfrontation könnte Sánchez aber gut leben. Seinen Kernwählern spricht er schließlich aus der Seele, wenn er betont, wie schnell der Krieg außer Kontrolle geraten könnte – und dass das Völkerrecht im Nahen Osten genauso gelte wie in der Ukraine.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Foto: Fernando Sanchez / Getty Images
Anders aber sähe es aus, wenn Trump seine Drohungen wahrmachen sollte. Dann hätte Sánchez zu hoch gepokert. Im Oval Office sprach Trump von einem Handelsstopp mit Spanien, Sekunden später brachte er ein Embargo ins Spiel. Womöglich weiß Trump selbst nicht genau, wie und ob er das umsetzen möchte. Im Regierungspalast in Madrid wird man heute Abend hoffen, dass der Mann mit der notorisch kurzen Aufmerksamkeitsspanne sich schnell wieder anderen Dingen widmet. 
Show Liveblog
1 message
Updated at: Wednesday 10:58 AM