Irankrieg 12. März

Rohöl verteuert sich trotz Freigabe von Reserven weiter

An den Ölmärkten zeichnet sich auch nach der Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur keine Entspannung ab. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus hielten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren – ein schlechtes Omen für Autofahrer in Deutschland und weltweit. 

Während Iran droht, kein Tropfen Öl für die USA und ihre Partner werde die Meerenge passieren, spielt US-Präsident Donald Trump die Gefahr herunter. Öltanker sollten die Straße von Hormus durchfahren, sagte er am Mittwoch. Dass Iran die Gewässer vermint habe, wie mehrere Medien berichteten, glaube er nicht. Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus liegt zwischen Iran und Oman. Sie gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels. 

Um den Ölmarkt zu stabilisieren, hatte die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch angekündigt, eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl an den Markt geben, auch die USA beteiligen sich. 
Ölverarbeitung in Saudi-Arabien
Ölverarbeitung in Saudi-Arabien. Foto: Bilal Qabalan / AFP
Doch die Ölpreise stiegen weiter. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete in der Nacht auf Donnerstag über 93 Dollar und damit knapp ein Prozent mehr als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich aus. Eine mögliche Erklärung für die schwache Reaktion der Märkte ist, dass mit der Maßnahme der IEA bereits gerechnet wurde. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen, ehe sie sich etwas erholten. 

Die freigegebene Reserve könnte ausreichen, um die Blockade der Straße von Hormus einige Zeit zu überbrücken. Nach Angaben der IEA passierten die Meerenge im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden also genügen, um einen Ausfall für 20 Tage auszugleichen. 

Allerdings dürfte es Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl ankommt. Die USA versprachen, sich mit 172 Millionen Barrel zu beteiligen. Nächste Woche solle es losgehen, und die komplette Auslieferung könne rund 120 Tage dauern. 
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