Angriff auf Iran

Matthias Wyssuwa, Korrespondent
Matthias Wyssuwa, Korrespondent

Wadephul: Gefahr durch Iran ist real

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul hat Zypern mit Blick auf Angriffe aus Iran die volle Solidarität Deutschlands versichert. „Wir verurteilen Irans Angriffe auf Drittstaaten aufs Schärfste“, sagte Wadephul nach einem Gespräch mit dem Außenminister Zyperns, Constantinos Kombos, am Dienstagmorgen in Nikosia. Die iranischen Angriffe auf Zypern hätten alle schockiert und „klar gemacht, dass die Gefahr durch Iran real ist“.  

Wadephul zeigte sich nach Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump skeptisch, dass der Krieg bald endet. Die USA seien nach wie vor darauf konzentriert, die militärischen Möglichkeiten des Iran, „die eine Bedrohung der Nachbarschaft, aber auch Europas darstellen, so zu reduzieren, dass diese Gefahr nicht mehr besteht“, sagte er. „Ich denke, dass diese Angriffe so lange weitergehen werden, bis dieses Ziel erreicht ist oder die iranische Seite eine ernsthafte Bereitschaft gezeigt hat, zu verhandeln."

Wadephul bedankte sich bei den europäischen Partnern, die nach den Angriffen mit Drohnen iranischer Bauart militärische Unterstützung geschickt hätten. Zugleich begründete er, warum Deutschland noch keine militärische Unterstützung geschickt habe: Sicherheit für Europa sei eine geteilte Aufgabe. Wadephul fügte mit Blick auf den Krieg in der Ukraine an, dass auch Deutschland seinen Teil dazu beitrage: „Der Krieg und die Gefahr, die von Russland ausgeht, darf nicht in den Hintergrund geraten“, sagte Wadephul. Er sicherte Zypern zu: „Wenn es eine ernste Bedrohung weiterhin geben sollte, ist Deutschland da“, fügte er an. „Die Beistandsverpflichtung für die EU gilt.“ 
Auf einem britischen Stützpunkt auf Zypern war vergangene Woche bereits eine iranische Drohne eingeschlagen, verletzt wurde niemand. Zwei weitere Drohnen waren abgefangen worden, bevor sie Zypern erreicht hatten. Während unter anderem Großbritannien, Spanien und Frankreich angeboten hatten, ein Kriegsschiff in das Gebiet zu schicken, plant Berlin das bislang nicht. 

Wadephul ist vor dem Hintergrund des Irankrieges auf eine Reise aufgebrochen und Montagabend in Zypern eingetroffen, um in Nikosia politische Gespräche zur Lage im Nahen und Mittleren Osten führen. Auch Themen der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft standen auf der Agenda. Am Montagabend hatte Wadephul bereits in Zypern mit dem Außenminister aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Scheich Abdullah bin Zayed, gesprochen. 
Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Konstantinos Kombos, Außenminister von Zypern am 10. März 2026 in Nikosia.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Konstantinos Kombos, Außenminister von Zypern am 10. März 2026 in Nikosia. dpa
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