Irankrieg am 16. März

Analyse: Trump sagt: »Wir brauchen niemanden«. Wirklich?

Es war eine typische Reaktion Donald Trumps. Keine 24 Stunden nachdem er die Alliierten in einem Interview aufgefordert hatte, die Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormus mitzusichern, übte sich der US-Präsident in Trotz. Er habe vor allem sehen wollen, wie manche Länder auf die Anfrage reagieren würden, sagte Trump. »Wir brauchen niemanden.«
Trump und etliche seiner Minister haben in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass die USA sich um die Sicherheit in der Straße von Hormus kümmern würden. Unter anderem stellten sie einen militärischen Geleitschutz durch die U.S. Navy in Aussicht. Doch bisher ist davon wenig zu sehen. Das hat wohl seine Gründe. 
Experten gehen davon aus, dass die USA dabei sehr wohl auf Hilfe von anderen Ländern angewiesen wären – zumindest, wenn sie wirklich einen Unterschied machen wollten. Nach Informationen von CNN sind derzeit knapp ein Dutzend US-Zerstörer, die für den Begleitschutz infrage kämen, in der Region.   
Selbst wenn die Zerstörer nicht mehr in die Angriffe auf Iran eingebunden wären, würde es Berechnungen des »Economist« zufolge Monate bis Jahre dauern, bis die im Golf gestrandeten Schiffe heraus eskortiert wären. Und die Konvois könnten zahlenmäßig wenig dazu beitragen, zum Vorkriegsverkehr von 50 Öltankern am Tag zurückzukehren. Die Geleitflotte müsste also deutlich größer sein. Doch bis überhaupt weitere US-Zerstörer in der Region eintreffen, können Wochen vergehen. 
Die Mission ist zudem nicht nur teuer und zeitaufwendig, sie ist auch äußerst riskant: Alle Einsatzkräfte, die die Tanker beschützen sollen, werden selbst zum Ziel. Um nicht noch mehr Unterstützung im Land zu verlieren, versucht die Trump-Regierung die Verluste so niedrig wie möglich zu halten. Mit seinem Rundumschlag im Weißen Haus wollte Trump wohl vor allem einen Eindruck zerstreuen: Dass er auf Hilfe angewiesen sein könnte. 


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Updated at: Monday 11:43 PM