Irankrieg am 19. März

Francesco Collini
Auslandsressort
Francesco Collini

Ex-Terrorabwehr-Chef: Bedenken gegen Iran-Angriff wurden nicht zu Trump durchgelassen

Der kürzlich zurückgetretene Chef der US-Terrorabwehr Joe Kent wirft der US-Regierung vor, interne Zweifel an den Luftangriffen gegen Iran nicht bis zu Präsident Donald Trump durchgelassen zu haben. Kent, der nach eigenen Angaben aus Sorge über den Irankrieg in dieser Woche zurückgetreten war, sagte im Interview mit dem rechten Podcaster Tucker Carlson, ihm und anderen ranghohen Beamten sei »nicht erlaubt« worden, ihre Bedenken direkt beim Präsidenten vorzutragen. Trump habe sich auf einen kleinen Kreis von Beratern gestützt.

Kent behauptete, Israel habe Trumps Entscheidung maßgeblich beeinflusst – obwohl es seiner Darstellung nach keine Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Bedrohung der USA durch Iran gegeben habe. Israel habe die USA unter Druck gesetzt, indem es mit einem eigenen Vorgehen gedroht und so US-Interessen in der Region gefährdet habe. Kent deutete Aussagen von Außenminister Marco Rubio und dem republikanischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, als Hinweise in diese Richtung. Wer konkret seinen Zugang zu Trump blockiert habe, ließ er allerdings offen. 
Joe Kent bei einer Rede 2021
Joe Kent bei einer Rede 2021. Foto: Elizabeth Frantz / Reuters
Kents Aussagen über eine »israelische Lobby« in den USA haben Vorwürfe von Antisemitismus nach sich gezogen, lesen Sie hier mehr dazu. Einem US-Medienbericht zufolge steht Kent unter FBI-Ermittlungen. Ihm werde vorgeworfen, geheime Informationen ⁠weitergegeben ⁠zu haben, berichtet das Onlineportal »Semafor« unter Berufung auf drei Insider. 

Die Äußerungen des Ex-Terrorabwehr-Chefs geben einen Einblick in mögliche Spannungen innerhalb der US-Regierung. Trumps Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard erklärte am Mittwoch, die Entscheidung, ob Iran eine Bedrohung darstelle, liege allein beim Präsidenten. Eine Bewertung der aktuellen Angriffe äußerte sie nicht. 
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