Irankrieg am 23. März

Kurzanalyse: Jetzt spricht Trump von einem baldigen Kriegsende und Regimewechsel in Teheran – ist das glaubwürdig?

Sucht Donald Trump nach einem Ausstieg aus dem Irankrieg? Nun hat der US-Präsident angekündigt, es werde noch an diesem Montag ein Telefongespräch mit der iranischen Führung geben. Und Trump stellt sogar in Aussicht, dass der Krieg in Kürze enden könne. Schon gestern habe es Gespräche mit Teheran gegeben, sagte Trump auf dem Flughafen von West Palm Beach, ehe er in die »Air Force One« einstieg. »Sie wollen unbedingt einen Deal machen, wir wollen einen Deal machen.« Man werde jetzt eine »Fünf-Tages-Periode« ansetzen, so Trump: »Wenn das gut verläuft, werden wir die Sache beilegen [Wörtlich: »We are going to end up with settling this«, d. Red.]. Andernfalls bombardieren wir aus vollem Herzen weiter.«

Trump hatte bereits am Vormittag auf seiner Plattform Truth Social behauptet, es habe »sehr gute und produktive Gespräche« mit Teheran gegeben – und die von ihm selbst angedrohten Angriffe auf iranische Kraftwerke um fünf Tage verschoben. Prompt fielen die Ölpreise rapide und schossen die Kurse an Aktienmärkten weltweit nach oben. Allerdings dementiert Iran, dass es solche Gespräche gebe. Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans Revolutionswächtern nahestehen. 

Trump sagte dazu auf dem Flughafen von West Palm Beach, bei einigen iranischen Beamten herrsche Konfusion, da die nationale Kommunikationsinfrastruktur destabilisiert worden sei. »Wir verhandeln mit einem Mann, der – so glaube ich – der am meisten respektierte Mann und der Anführer ist.«  Dies sei nicht Mojtaba Khamenei, der kürzlich zum Obersten Führer ausgerufene Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Khamenei. Man spreche mit »Leuten, die anscheinend die Fäden ziehen«, so Trump: »Sie haben Dinge angekündigt, die dann tatsächlich eingetreten sind.« 
Foto: Kevin Lamarque / REUTERS
Wie das US-Nachrichtenportal »Axios« und die »Jerusalem Post« berichten, sollen die US-Emissäre Steve Witkoff und Jared Kushner mit dem iranischen Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf verhandeln.

Dem TV-Sender CNN sagte Trump, die Straße von Hormus werde »sehr bald offen sein«, sollten die Verhandlungen zügig voranschreiten. »Sie wird gemeinsam kontrolliert werden«, behauptete er. Und: »Es wird auch eine sehr ernsthafte Art des Regimewechsels geben.«     

Trumps heutige Aussagen fügen sich ein in eine lange Reihe völlig unterschiedlicher und sich teils widersprechender Behauptungen des US-Präsidenten und seiner Gefolgsleute über den Irankrieg. Mal sagen sie das eine, mal das genaue Gegenteil. Es kann durchaus sein, dass sich die jetzige Haltung schlagartig wieder ändert und dass etwaige Verhandlungen scheitern. Ob nun die Öffnung der Straße von Hormus und Regimewechsel bevorstehen oder ob Trump vor allem die wackelnden Märkte beruhigen will: all das ist ebenso ungewiss wie der weitere Verlauf seines Feldzugs. 
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Updated at: 03/24/2026 12:03 AM