Die E-3 ist eine umgebaute Boeing 707 mit einem tellerförmigen Radaraufbau, der im Umkreis von 400 Kilometern Flugzeuge, Drohnen und Raketen erfassen kann. Sie fungiert als fliegende Kommandozentrale: Sie weist Kampfjets ihre Ziele zu und sorgt dafür, dass sich alliierte Flugzeuge nicht gegenseitig gefährden. Die US-Luftwaffe besitzt nur noch 16 dieser Maschinen, eine Produktionslinie gibt es nicht mehr. Der geplante Nachfolger wird frühestens Ende des Jahrzehnts erwartet. »Die USA können das Flugzeug, das allen anderen Flugzeugen sagt, was sie tun sollen, nicht schnell ersetzen«, schrieb die Verteidigungsanalystin Kelly Grieco vom Stimson Center auf X.
Erschwerend kommt hinzu: Iranische Angriffe haben bereits mehrere bodengestützte Radaranlagen in der Region zerstört. Die verbliebenen E-3 müssen diese Lücken nun ebenfalls ausgleichen. Bei dem Angriff wurden zudem mehrere Tankflugzeuge getroffen, die für Langstreckeneinsätze unverzichtbar sind. Mehr als zehn US-Soldaten wurden verletzt, zwei davon schwer.
Auffällig ist die Präzision: Das Flugzeug wurde offenbar gezielt im Bereich der Radarkuppel getroffen. Grieco schreibt: »Iran hat nicht einfach ein Flugzeug getroffen. Iran hat die Luftkampfführungsebene getroffen – genau in dem Moment, in dem sie am meisten gebraucht wird.« Der internationale Chefkorrespondent des »Wall Street Journal« schreibt auf X: Ein solcher Schlag benötige ein hohes Maß an Satellitenaufklärung – und stellt die Frage, ob Russland hier geholfen haben könnte.